Klimaresiliente Wälder
Sie wandern hier durch einen Buchenwald, dem Stürme und Klimaerwärmung bisher kaum etwas anhaben konnten. Neben uralten Bäumen wachsen hier mittelalte Buchen und die neue Generation steht schon in den Startlöchern. Naturnahe Wälder können mit ihrer genetischen Vielfalt auch bei gleichen Baumsorten viel besser mit Veränderungen von außen umgehen. Fällt ein Baum aus, so warten schon viele junge Bäume auf ihre Chancen und füllen schnell die Lücken. Die heimische Buche ist hier standortgerecht. Bei all ihrem Gedeihen muss man aber auch betonen, dass die schweren Stürme Kyrill und Friederike während der noch unbelaubten Zeit im Winter tobten. So konnte der Sturm ungebremst durch die Kronen sausen. Ein Sommersturm dagegen hätte auch im Buchenwald fatale Folgen.
Instabile Wälder
Einige hundert Meter weiter gehen Sie durch einen Wald, der zur Zeit keiner mehr ist. Hier standen vormals Fichten, die hier an dieser Stelle nicht heimisch sind. Fichten brauchen feuchtes, kühles Klima und wachsen ursprünglich in höheren Lagen der Mittelgebirge oder in Nordeuropa.
Die Preußen führten die Fichten im ganzen Land als schnellwachsendes Bauholz ein, das oft schon nach 80 Jahren geerntet werden kann. Bei Buchen braucht dies mindestens die doppelte Zeit. Fichten sind Flachwurzler und dadurch wesentlich sturmanfälliger als die tiefwurzelnde Buche. Durch den Sturm Friederike 2018 schon geschädigte Bäume konnten dem Ansturm des Borkenkäfers wenig entgegensetzen. Normalerweise wehren sie sich mit verstärkter Harzbildung. Aber dafür waren die Jahre nach dem Sturm zu trocken. So fielen hier in der Region fast alle Fichtenbestände dem Borkenkäfer zum Opfer.
Der Wald der Zukunft
Wie soll er aussehen? Darüber ist man sich nicht einig. Außerdem weiß man gar nicht, wie sich das Klima wirklich entwickeln wird. Rund 38 Prozent der Bäume in NRW sind schwer krank, wie der Waldzustandsbericht NRW 2022 darstellt. Der Plan, den Wald in beschränktem Maße mit ausländischen Arten wie der Douglasie oder der Küstentanne zu mischen, stößt bei Naturschützern nicht nur auf Zustimmung. So werden die neuen Baumarten als gefährliches Experiment empfunden. Man kann nicht beurteilen, ob diese Arten sich invasiv ausbreiten oder neue Krankheiten einschleppen, an denen dann unsere Wälder leiden. Es wird auch diskutiert, ob man lieber Bäume pflanzen oder besser aussäen sollte. Vielfach wird kritisiert, dass Flächen mit toten Fichten komplett abgeräumt werden, denn das Holz speichert Nährstoffe, Feuchtigkeit und bietet Lebensraum für viele Tiere. So gibt es Beispiele, wo Fichten nicht komplett abgesägt und die neuen Bäume im Wurzelteller der alten gepflanzt werden. Der alte Baum-stumpf bietet Schatten und erleichtert das Anwachsen der jungen Bäume. Teilweise sollte man sicherlich gar nichts machen und abwarten, was aufwächst. Denn die Natur weiß sicherlich besser, wer auf diesen Flächen gedeiht und wer nicht.
Geduld ist gefragt und man sollte nicht die gleichen Fehler wie in der Vergangenheit machen.

